BEGiNE-Blog

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Aktuelle Einträge

Barbaras Bücherregal: Buchtipp zum Klimagipfel 2021 in Glasgow: Robin Wall Kimmerer Geflochtenes Süßgras – die Weisheit der Pflanzen

Robin Wall Kimmerer
Geflochtenes Süßgras – die Weisheit der Pflanzen
Aus dem Englischen von Elsbeth Ranke
Aufbau Verlag, Berlin 2021

Die Autorin (Botanikerin und Angehörige der Citizen Potawatomi Nation) verbindet in ihrem Roman gegenwärtige Geschichten mit indigenen Legenden, moderne Wissenschaft mit dem alten Wissen der indigenen Bevölkerung, besonders in den USA. Alles ist geflochten wie ein traditioneller Süßgraszopf und wenn wir am Ende des Buches angelangt sind, können wir gleich wieder von vorn beginnen.
Ihr Buch kann uns dabei helfen, Astern und Goldruten, Erdbeeren und Kürbis, Salamander und Bäume wieder anders kennenzulernen und wahrzunehmen: als Geschenke der Natur, die uns lehren, unsere wechselseitige Beziehung zu den anderen Lebewesen anzuerkennen und wertzuschätzen –dankbar zu sein für die Gaben der Erde – und dabei zu helfen, sie zu erhalten.

Dankbarkeitsschwur
Zitiert nach Robin Wall Kimmerer, Geflochtenes Süßgras, S. 129 ff

Heute haben wir uns versammelt, und wenn wir in der Runde in die Gesichter blicken, sehen wir, dass die Lebenskreise weitergehen. Uns wurde die Pflicht gegeben, im Einklang miteinander und mit allen Lebewesen zu leben. Lasst uns nun unsere Gedanken und Herzen zusammenbringen, wenn wir einander als ein Volk Gruß und Dank entrichten. Unsere Gedanken, unsere Herzen sind nun vereint.
Wir sind unserer Mutter, der Erde, dankbar, denn sie gibt uns alles, was wir zum Leben brauchen. Sie trägt unsere Füße, wenn wir auf ihr gehen. Wir freuen uns, dass sie weiter für uns sorgt, so wie sie es vom Anbeginn der Zeit getan hat. Unserer Mutter entrichten wir Dank, Liebe und Respekt. Unsere Gedanken, unsere Herzen sind nun vereint.
Wir danken allen Wassern auf der Erde, dass sie unseren Durst stillen, dass sie Kraft und Nahrung für alle Lebewesen bieten. Wir kennen ihre Kraft in vielerlei Formen – Wasserfälle und Regen, Nebel und Flüsse, Bäche und Meere, Schnee und Eis. Wir sind dankbar, dass die Wasser noch immer hier sind und ihre Verantwortung für die übrige Schöpfung wahrnehmen. Seien wir uns einig, dass Wasser lebenswichtig ist, und wir vereinen unsere Herzen und Sinne und entrichten Gruß und Dank an das Wasser! Unsere Gedanken, unsere Herzen sind nun vereint.
Wir wenden unsere Gedanken allen Fischen im Wasser zu. Ihre Aufgabe ist es, das Wasser zu säubern und zu reinigen. Auch geben sie sich uns als Nahrung. Wir sind dankbar, dass sie ihre Pflicht weiter erfüllen, und wir entrichten den Fischen Gruß und Dank. Unsere Gedanken, unsere Herzen sind nun vereint.
Wir wenden uns dem weiten Feld des Pflanzenlebens zu. So weit das Auge reicht, wachsen die Pflanzen und bewirken viele Wunder. Sie erhalten viele Lebensformen. Wir vereinen unsere Gedanken und Herzen und sagen Dank und freuen uns, dass das Pflanzenleben noch viele Generationen überdauern wird. Unsere Gedanken, unsere Herzen sind nun vereint.
Wenn wir uns umsehen, finden wir noch immer Beeren, die uns köstliche Nahrung bieten. Die Anführerin der Beeren ist die Erdbeere, die im Frühling als Erste reift. Seien wir uns einig im Dank dafür, dass die Beeren bei uns in der Welt sind, und entrichten wir Dank, Liebe und Respekt an die Beeren. Unsere Gedanken, unsere Herzen sind nun vereint.
Einmütig ehren und danken wir allen essbaren Pflanzen, die wir aus dem Garten ernten, besonders den Drei Schwestern, die die Menschen mit solchem Überfluss ernähren. Seit Anbeginn der Zeit helfen Getreide, Gemüse, Bohnen und Obst den Menschen zu überleben. Viele andere Lebewesen stärken sich auch an ihnen. In Gedanken und Herzen vereinen wir alle Essenspflanzen und entrichten ihnen Gruß und Dank. Unsere Gedanken, unsere Herzen sind nun vereint.
Nun wenden wir uns den Heilkräutern der Welt zu. Von Anbeginn war es ihre Aufgabe, Krankheit zu lindern. Treu stehen sie bereit, um uns zu heilen. Wir sind glücklich, dass wir die wenigen Ältesten unter uns haben, die noch wissen, wie man die Pflanzen als Medizin benutzt. Einmütig entrichten wir Dank, Liebe und Respekt an die Heilkräuter und an die Hüter der Medizin. Unsere Gedanken, unsere Herzen sind nun vereint.
Wir sind überall umgeben von Bäumen. Die Erde hat viele Baumfamilien, jede mit ihren eigenen Lehren und ihrem Nutzen. Die einen geben Schutz und Schatten, die anderen Frucht und Schönheit und viele nützliche Gaben. Der Erste unter den Bäumen ist der Ahorn, denn er gibt uns Zucker, wenn die Menschen ihn am meisten brauchen. Viele Völker der Erde erkennen in einem Baum ein Symbol für Frieden und Kraft. Einmütig entrichten wir dem Baumleben Gruß und Dank. Unsere Gedanke, unsere Herzen sind nun vereint.
Wir vereinen unsere Gedanken und Herzen und entrichten Gruß und Dank an all die schönen Tiere der Welt, die mit uns umherlaufen. Sie können uns Menschen viele Dinge lehren. Wir sind dankbar, dass sie weiterhin ihr Leben mit uns teilen, und hoffen, dass das immer so bleiben wird. Vereinen wir unsere Gedanken und Herzen und entrichten den Tieren unseren Dank. Unsere Gedanken und Herzen sind nun vereint.
Wir vereinen unsere Gedanken und Herzen und danken allen Vögeln, die über unsere Köpfe fliegen. Die Schöpfung hat ihnen die Gabe des schönen Gesangs geschenkt. Jeden Morgen begrüßen sie den Tag und erinnern uns mit ihrem Gesang, das Leben zu genießen und zu schätzen. Der Adler wurde zu ihrem Anführer gewählt, der über die Welt wacht. Allen Vögeln, vom kleinsten bis zum größten, entrichten wir fröhlichen Gruß und Dank. Unsere Gedanken und unsere Herzen sind nun vereint.
Wir sind dankbar für die Mächte der Vier Winde. Wir hören ihre Stimmen in der bewegten Luft, wenn wir uns erfrischen und die Luft, die wir atmen, reinigen. Sie tragen bei zum Wechsel der Jahreszeiten. Aus ihren vier Richtungen bringen sie uns Botschaften und schenken uns Kraft. Einmütig entrichten wir den Vier Winden Gruß und Dank. Unsere Gedanken und unsere Herzen sind nun vereint.
Nun wenden wir uns nach Westen, wo unsere Ahnen, die Donnerwesen leben. Begleitet von ihren Blitz- und Donnerstimmen bringen sie das Wasser, das das Leben erneuert. Wir vereinen unsere Gedanken, unsere Herzen und entrichten Gruß und Dank an unsere Ahnen, die Donnerwesen.
Und wir entrichten Gruß und Dank an die Sonne, unseren ältesten Bruder. Unfehlbar durchmisst er jeden Tag den Himmel von Ost nach West und bringt das Licht des neuen Tages. Er ist Quell aller Feuer des Lebens. Unsere Gedanken, unsere Herzen sind nun vereint.
Wir vereinen unsere Gedanken, unsere Herzen, und danken Mond, unserer ältesten Ahnin, die den Nachthimmel erhellt. Sie ist die Erste unter allen Frauen der Welt, und sie herrscht über die Bewegung der Gezeiten im Meer. An ihrem wandelnden Antlitz messen wir die Zeit, und sie, Mond, wacht über die Ankunft der Kinder hier auf Erden. Vereinen wir unseren Dank an Großmutter Mond, schichten wir eine Lage Dank auf die andere, und dann wirbeln wir diesen Dank hoch in den Nachthimmel, damit sie es weiß. Einmütig entrichten wir Gruß und Dank an unsere Urahnin Mond.
Wir danken den Sternen, die wie Juwelen über den Himmel verteilt sind. Wir sehen, wie sie bei Nacht Mond helfen, die Finsternis zu erhellen, wie sie den Gärten Tau bringen und alles wachsen lassen. Bei unseren Reisen durch die Nacht begleiten sie uns nach Hause. Einmütig entrichten wir allen Sternen Gruß und Dank. Unsere Gedanken, unsere Herzen sind nun vereint.
Wir vereinen unsere Gedanken, unsere Herzen und entrichten Gruß und Dank an die aufgeklärten Lehrenden, die uns über alle Zeiten hinweg unterstützten. Wenn wir vergessen, wie wir im Einklang miteinander leben, erinnern sie uns an den Auftrag, wie wir als Menschen leben sollen. Einmütig entrichten wir Gruß und Dank an diese umsorgenden Lehrer:innen. Unsere Gedanken, unsere Herzen sind nun vereint.
Nun wenden wir unsere Gedanken der Schöpfung zu, dem Großen Geist, und entrichten Gruß und Dank an alle Gaben seiner Schöpfung. Alles, was wir zum Leben brauchen, ist hier auf der Mutter Erde. Für alle Liebe, die uns immer noch umgibt, vereinen wir unsere Gedanken und Herzen und entrichten unseren innigsten Gruß, unseren tiefsten Dank an die Schöpfung. Jetzt sind unsere Gedanken, unsere Sinne vereint.
Wir sind nun am Ende unserer Worte. Von allen Dingen, die wir benannt haben, wollen wir nichts außen vor lassen. Wenn wir etwas vergessen haben, überlassen wir es den Einzelnen, einen eigenen Gruß und Dank zu entrichten. Und unsere Gedanken, unsere Herzen sind nun vereint.
Tag für Tag danken die Menschen mit diesen Worten dem Land. Die Danksagung kann kürzer oder ausführlicher sein und sie variiert je nach der sprechenden Person.
Robin Wall Kimmerer hat sich orientiert an der weit verbreiteten Version von John Stokes und Kanawahientun, 1993
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Cis*Stars und ein Lied über die BEGINE

Am 21. Juli schrieben Cis*stars an uns:

Liebe Begine,
Sommer, Sonne.... wir grüßen Euch herzlich mit unserem spontanen Lied über Euch von heute.... frisch aus der Ukulele geflossen.
Herzliche Grüße
Eure Cis*stars

 

And here we go!

Thank You Dear Cis*stars!


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Warum sollen wir den 300.Geburtstag von Anna Dorothea Therbusch feiern

Wir feiern! Anna Dorothea Therbusch zum 300. Geburtstag

 

fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen lädt am Freitag, 23. Juli 2021 von 15 -18 Uhr zum Kolonnadenhof auf der Museumsinsel, Bodestraße 1-3 in Berlin-Mitte zu einer Geburtstagsfeier für die ehemals berühmte Rokokokünstlerin ein.

 

Ab 15 Uhr wird der Rokokomalerin unter den Kolonnaden vis-à-vis der Alten Nationalgalerie ein Geburtstagstisch gedeckt; Künstlerinnen des Aktionsbündnisses fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen werden als Ciceroni über Leben und Werk der zu ihren Lebzeiten berühmten, von Kunstgeschichte und Museumsbetrieb aber weitgehend unbeachteten Künstlerin erzählen und damit ein Gegenprogramm zum diesjährigen Beuys-Hype veranstalten.

 

www.fairshareforwomenartists.de

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Anna Dorothea Therbusch (1721-1782)

 

Anna Dorothea Therbusch war eine Berliner Künstlerin des Rokoko. Neben der 20 Jahre jüngeren Angelika Kauffmann zählt sie zu den bedeutendsten Malerinnen des 18. Jahrhunderts. Etwa 250 ihrer Werke sind heute bekannt, darunter vor allem Porträts mit überragender Qualität, die sie zu Lebzeiten in ganz Europa berühmt machten. Doch das Schaffen der Berliner Künstlerin ist heute weitgehend unbekannt. Wie viele ihrer Kolleginnen ist auch Therbusch von der Museumswelt wenig beachtet und ihr runder Geburtstag verstreicht ohne umfassende museale Retrospektive.

 

Anna Dorothea Therbusch wurde am 23. Juli 1721 in Berlin als siebtes Kind in eine Künstlerfamilie hineingeboren. Sie erhielt ihre Ausbildung durch ihren Vater, den angesehenen Porträtmaler Georg Lisiewski. Trotz Heirat und Geburt von fünf Kindern verfolgte sie ihre Karriere zielstrebig. Mit 40 ging sie an den Stuttgarter Hof und wurde dort Ehrenmitglied der Akademie. 1764 folgte sie einem Ruf als Hofmalerin nach Mannheim und bewarb sich wenig später an der Académie Royale in Paris. Ihr Bewerbungsbild wurde abgewiesen, weil man überzeugt war, eine Frau könne nicht so qualitätvoll malen. Allen Widerständen zum Trotz gelang ihr schließlich 1767 die Aufnahme. Sie signierte fortan mit dem Prädikat „Peintre du Roi“ und stellte als einzige Frau im Pariser Salon aus. Über Wien, wo sie als erstes weibliches Mitglied der Akademie der Bildenden Künste aufgenommen wurde, und weitere Stationen, kehrte sie 1769 nach Berlin zurück. Hier fand die erfolgreiche Porträtistin rasch Auftraggeber in hochrangigen gesellschaftlichen Kreisen; so malte sie z.B. für die russische Zarin Katharina II. und Friedrich II. von Preußen. Die Künstlerin starb am 9. November 1782. Ihr einst schönes Grabmal an der damaligen Dorotheenstädtischen Kirche ist der Stadterweiterung und schließlich den Kriegszerstörun-gen zum Opfer gefallen; es gibt keinen Erinnerungsort an sie.

 

Therbuschs Werke befinden sich in einigen deutschen Museen, darunter die Staatlichen Museen zu Berlin, die Neuen Kammern und Sanssouci In Potsdam und im Schloss Benrath in Düsseldorf. Der Verbleib vieler Werke ist unbekannt. 

 

Unter dem Motto #therbusch300 wird die Inselgalerie vom 25.7.-1.8.2021 mit Veranstaltungen und einer Fensterausstellung der Künstlerin gedenken.

 

Weitere Infos: Inselgalerie Berlin

 

Text und Bild:  fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen

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