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Warum sollen wir den 300.Geburtstag von Anna Dorothea Therbusch feiern

Wir feiern! Anna Dorothea Therbusch zum 300. Geburtstag

 

fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen lädt am Freitag, 23. Juli 2021 von 15 -18 Uhr zum Kolonnadenhof auf der Museumsinsel, Bodestraße 1-3 in Berlin-Mitte zu einer Geburtstagsfeier für die ehemals berühmte Rokokokünstlerin ein.

 

Ab 15 Uhr wird der Rokokomalerin unter den Kolonnaden vis-à-vis der Alten Nationalgalerie ein Geburtstagstisch gedeckt; Künstlerinnen des Aktionsbündnisses fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen werden als Ciceroni über Leben und Werk der zu ihren Lebzeiten berühmten, von Kunstgeschichte und Museumsbetrieb aber weitgehend unbeachteten Künstlerin erzählen und damit ein Gegenprogramm zum diesjährigen Beuys-Hype veranstalten.

 

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Anna Dorothea Therbusch (1721-1782)

 

Anna Dorothea Therbusch war eine Berliner Künstlerin des Rokoko. Neben der 20 Jahre jüngeren Angelika Kauffmann zählt sie zu den bedeutendsten Malerinnen des 18. Jahrhunderts. Etwa 250 ihrer Werke sind heute bekannt, darunter vor allem Porträts mit überragender Qualität, die sie zu Lebzeiten in ganz Europa berühmt machten. Doch das Schaffen der Berliner Künstlerin ist heute weitgehend unbekannt. Wie viele ihrer Kolleginnen ist auch Therbusch von der Museumswelt wenig beachtet und ihr runder Geburtstag verstreicht ohne umfassende museale Retrospektive.

 

Anna Dorothea Therbusch wurde am 23. Juli 1721 in Berlin als siebtes Kind in eine Künstlerfamilie hineingeboren. Sie erhielt ihre Ausbildung durch ihren Vater, den angesehenen Porträtmaler Georg Lisiewski. Trotz Heirat und Geburt von fünf Kindern verfolgte sie ihre Karriere zielstrebig. Mit 40 ging sie an den Stuttgarter Hof und wurde dort Ehrenmitglied der Akademie. 1764 folgte sie einem Ruf als Hofmalerin nach Mannheim und bewarb sich wenig später an der Académie Royale in Paris. Ihr Bewerbungsbild wurde abgewiesen, weil man überzeugt war, eine Frau könne nicht so qualitätvoll malen. Allen Widerständen zum Trotz gelang ihr schließlich 1767 die Aufnahme. Sie signierte fortan mit dem Prädikat „Peintre du Roi“ und stellte als einzige Frau im Pariser Salon aus. Über Wien, wo sie als erstes weibliches Mitglied der Akademie der Bildenden Künste aufgenommen wurde, und weitere Stationen, kehrte sie 1769 nach Berlin zurück. Hier fand die erfolgreiche Porträtistin rasch Auftraggeber in hochrangigen gesellschaftlichen Kreisen; so malte sie z.B. für die russische Zarin Katharina II. und Friedrich II. von Preußen. Die Künstlerin starb am 9. November 1782. Ihr einst schönes Grabmal an der damaligen Dorotheenstädtischen Kirche ist der Stadterweiterung und schließlich den Kriegszerstörun-gen zum Opfer gefallen; es gibt keinen Erinnerungsort an sie.

 

Therbuschs Werke befinden sich in einigen deutschen Museen, darunter die Staatlichen Museen zu Berlin, die Neuen Kammern und Sanssouci In Potsdam und im Schloss Benrath in Düsseldorf. Der Verbleib vieler Werke ist unbekannt. 

 

Unter dem Motto #therbusch300 wird die Inselgalerie vom 25.7.-1.8.2021 mit Veranstaltungen und einer Fensterausstellung der Künstlerin gedenken.

 

Weitere Infos: Inselgalerie Berlin

 

Text und Bild:  fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen

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